Oberflächliche Venenentzündung/Thrombophlebitis

Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen e.V.

Bettruhe schadet, Bewegung ist wichtig!

Definition:

Gerinnselbildung in einer oberflächlichen Vene, mit einer lokalen Entzündung einhergehend. Die oberflächliche Thrombophlebitis ist streng abzugren­zen von der Phlebothrombose, also einer Thrombose des tiefen Venensystems. In der Regel entsteht eine oberflächliche Venenentzündung auf dem Boden eines Krampfaderleidens. Wir sprechen dann von einer Vari­kophlebitis.

Mögliche Ursachen:

verlangsamter Blutabfluss bei Krampfadern und Bettlägerigkeit, Verletzung der Venen­wand, erhöhte Gerinnungsbereitschaft im Wochenbett und nach Operationen. Auch entzündliche Grunder­krankungen und Tumorlei­den können Ursache einer oberflächlichen Venenent­zündung sein.

Krankheitszeichen:

Typi­sche Entzündungszeichen (Rötung der betroffenen Vene, Erwärmung, Schwel­lung, oft erhebliche Schmer­zen). Die entzündete Vene ist meist als druckschmerz­hafter geröteter Strang tastbar. Eine häufige Ursache für eine Thrombophlebitis ist ein intravenöser Verweilkatheter.

Mögliche Komplikationen:

In ca. 30% kann z. B. durch Aufsteigen aus einer oberflächlichen Venenentzündung eine tiefe Venen­thrombose entstehen. So können dann auch Lungenembolien auftreten.

Wenn Fieber und/oder Schüttelfrost auftritt, muss an eine septische (“Blutvergiftung”) oberflächliche Venenentzündung gedacht werden. Eine stationäre Behandlung ist dann meist unabdingbar.

Vorbeugung/Prophylaxe:

  • Nach Operationen und Geburten frühzeitiges Aufste­hen mit gewickelten Beinen bzw. Antithrombose­strümpfe.
  • Bettlägerige Patienten sollten mehrmals täglich Be­wegungsübungen machen.

Therapie:

  • Die Therapie besteht in erster Linie aus Lokalmaßnah­men.
  • Basistherapie ist ein Kompressionsverband mit einer Mittelzugbinde. Lokale physikalische Maßnahmen (Kälte, Alkoholwickel) und die Anwendung von küh­lenden heparinhaltigen Cremes und Gels sind üb­lich.
  • Einige erfahrene Kliniker schwören auf Quarkwickel (obgleich es dazu keine guten wissenschaftlichen Untersuchungen gibt).
  • Entzündungshemmende/Schmerzstillende Medika­mente in Tablettenform vermindern schnell die Schmerzen und normalisieren die gestörte Beweg­lichkeit.
  • In der Regel ist kein Antibiotikum notwendig.
  • Keine Bettruhe, im Gegenteil Bewegung!.
  • Ggf. gerinnungshemmende Medikamente.
  • Schmerzhafte Gerinnsel in den oberflächlichen Venen können in einem frühen Stadium mittels Stichinzi­sionen (meist ohne Narkose) durch Ausmassieren entfernt werden.
  • Die “Nachbehandlung” besteht bei wiederholt auf­tretenden Venenentzündungen vielfach in einer ope­rativen Sanierung eines bestehenden Krampfaderlei­dens. Bei einer Beteiligung des tiefen Venensystems ist eine mehrmonatige Behandlung mit gerinnungs­hemmenden Medikamenten erforderlich.

Unterschätzen Sie die oberflächliche Venen­entzündung nicht! Sie sollten sich immer bei den oben beschriebenen Krankheitzeichen beim Hausarzt vorstellen.

Modifiziert nach Prof. Dr. med. Curt Diehm