Venöse Durchblutungsstörung

Grundlagen der venösen Durchblutung:

Das von den Schlagadern (= Arterien) in die Peripherie gebrachte Blut wird durch die Venen und die haarfeinen, nicht sichtbaren Lymphgefässe zum Herzen wieder zurückgeführt.

Außer den oberflächlichen, sichtbaren Venen gibt es tiefe Venen (= Leitvenen) und Verbindungsvenen (= Perforansvenen) zwischen Oberfläche und Tiefe.

Das Blut wird von der Oberfläche in die Tiefe gebracht. Von dort wird es wieder bis zum Herzen hochgepumpt. Entlang aller Venen befinden sich kleine Ventile (= Venenklappen), die das Blut nur in eine Richtung (-> Herz) fließen lassen. Durch die Muskelkontraktion werden die tiefen Venen wie gemolken (sog. Muskelpumpe).

Postthrombotisches Syndrom:

Nach einer Thrombose im tiefen Venensystem (Venenverschluss durch Blutgerinnsel) kommt es in den meisten Fällen zu einer Teilwiedereröffnung der Vene. Im Bereich der verschlossen gebliebenen Venenabschnitte sucht sich das Blut neue Wege sucht (sog. Umgehungskreislauf).

Nach einer Thrombose und ihrer begleitenden Entzündung kommt es häufig zu einer Beschädigung der Venenklappen, die zu einer chronischen Venenstauung führt. Dabei kann es zu bräunlichen Hautpigmentierungen, Ekzem (= Juckreiz) und Ulzerationen (= Hautgeschwüre) kommen.

Das Risiko einer erneuten Thrombose ist natürlich durch die Verlangsamung des venösen Abflusses erhöht!

Varikosis = Varizen = Krampfadern:

Durch Bindegewebsschwäche, Entzündung der Venen (= Phlebitis) mit Zerstörung von Venenklappen oder durch Überlastung der offen gebliebenen Venen nach einer Thrombose kann es zu einer Erweiterung der oberflächlichen und/oder tiefen Venen kommen. Da die Venenklappen nicht mitwachsen bzw. auch nicht regenerieren können, kommt es zu einer Verminderung des venösen Rückflusses mit chronischer Venenstauung und ihren Folgen (s. postthromb. Syndrom).

Kompressionsstherapie:

Durch elastische Kurzbinden oder Kompressionsstrümpfe wird das Blut aus der Oberfläche gezwungen, sich in Richtung Tiefe zu bewegen, um von dort durch die sog. Muskelpumpe nach oben gebracht zu werden.

Durch die zusätzliche Blutzufuhr erhöht sich die Flussgeschwindigkeit und vermindert sich dementsprechend das Thromboserisiko.

Venen-Operation:

Venensegmente mit undichten Venenklappen werden vom Chirurgen entfernt, da sie nicht mehr in der Lage sind, das Blut wieder in Richtung Herzen zu bringen. Davor wird natürlich überprüft, dass genug andere Venen diese Funktion übernehmen können.
Diese Art von Operationen werden von Gefäßchirurgen an speziellen Krankenhaus-Abteilungen vorgenommen.

Venen-Sklerosierung:

Kleinere, oberflächliche Krampfadern werden verödet. Dabei wird ein Mittel in die Venen gespritzt, das zu einer leichten Entzündung der Venenwand führt. Danach wird die Vene durch Kompression mit einer Binde für einige Tage zusammengedrückt, so dass sie sich letztendlich verschließt.

Allgemeine Massnahmen:

s. Info Ratschäge für Patienten mit Venenerkrankungen.

Modifiziert nach Prof. Dr. med. Curt Diehm

Wichtiger Hinweis: zur Zeit je nach Art der Untersuchung und Dringlichkeit Wartezeiten von bis zu 4 Monaten! Je nach Umfang der Untersuchungen Verweildauer von 1/2-3 Stunden! Bringen Sie bitte genug Zeit mit!